Medienmitteilung des Komitees Formel-E ade

publiziert von Komitee Formel-E ade am

Werte Medienschaffende

Im Februar bildete sich das Komitee Formel-E-ade, um denen eine Stimme zu geben, die mit dem undemokratischen Entscheid des Gemeinderats zur Durchführung des Autorennens nicht einverstanden sind. Heute müssen wir feststellen, dass alle unsere Befürchtungen, die zur Komiteegründung geführt haben, eingetroffen, resp. übertroffen worden sind. Die Formel-E ist wie eine Dampfwalze ins Schosshalde- und Obstbergquartier eingefahren, ohne Rücksicht auf Verluste. Neben unserem Komitee haben sich auch Bernmobil, die ansässigen Quartiervereine, der Tierpark als Betreiber des Bärenparks und sogar der Gemeinderat selber, im Verlaufe des Aufbaus negativ über die Formel-E-Organisation geäussert.

Das hat dazu geführt, dass Hunderte rote Formel-E-ade-Flaggen, die unser Komitee herstellen liess, entlang der Rennstrecke aus den Fenster gehängt wurden. Aber auch ganz viele von den Anwohner*innen selber gebastelte Transparente und Fahnen haben gezeigt, dass die Formel-E im Quartier nicht willkommen ist.

Formel Zero

Am Donnerstag haben tausend Demonstrant*innen die Rennstrecke in Beschlag genommen. Die Menge und auch die Diversität der Teilnehmer*innen zeigten, dass der Unmut gegenüber diesem Anlass in Bern gross ist. Bei einzelnen Teilnehmer*innen äusserte sich der Unmut darin, dass sie während der Demo Sponsoren-Werbebanner von den Beton-Elementen rechts und links der Rennstrecke abrissen. Das war nicht im Sinn des Komitees, Einzelne konnten durch Gespräche davon abgehalten werden. Der Ärger über das Formel-E-Rennen mitten in der Stadt ist allerdings bei vielen Menschen sehr gross. Diese Wut können wir verstehen.

Ziel erreicht

Auch wenn es der Gemeinderat noch nicht aussprechen mag, sind wir überzeugt, dass ein solches Rennen in einem Stadtberner Wohnquartier nicht mehr stattfinden wird. Und sollte es das letzte Formel-E-Rennen in der Schweiz gewesen sein, würden wir darüber auch keine Träne vergiessen.

Um vom Verbrennungsmotor wegzukommen, braucht es keine Autorennen. E-Mobilität ist gut und recht, und soll auch entwickelt werden. Um den Klimawandel zu stoppen, braucht es aber weniger und nicht mehr individuellen Autoverkehr. Darum gilt es, den Fuss- und Veloverkehr, sowie den öffentlichen Verkehr zu fördern. Das Formel-E-Rennen und seine Sponsoren haben aber zum Ziel, möglichst viele Autos zu verkaufen, und nicht deren Zahl zu reduzieren.

Wir sind weiterhin empört über die Naivität des Gemeinderats in dieser Angelegenheit und fordern ihn auf, sich bei den Bewohner*innen der betroffenen Quartiere zu entschuldigen.

Bern, 23.6. 2019, Komitee Formel-E-ade